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23. Eintrag: Nach 4 Wochen melde ich mich zurück...

...nach einem kleinen Abstecher nach Dresden und Erfurt. Momentan sitze ich in einem Café am Dresdner Flughafen, das Gepäck bereits abgegeben, auf meinem Abflug nach Frankfurt/M um 14:05 Uhr wartend.

Die letzten 4 Wochen waren sehr abwechslungsreich. Maria war für 5 Tage auf Geschäftsreise in Toronto. Mir wurde das Baumschmücken, Plätzchen backen und Kochen überlassen. Ich hatte mich schon gefreut, ein wenig kochen zu dürfen (...und abends auch mal kalt zu essen...), aber letztendlich hat Damien gekocht und mir blieb mehr Freizeit als ich vorher gedacht hatte. Und somit konnte ich mich um die Weihnachtsgeschenke für zu Hause kümmern, mit den Kindern gemütlich den Baum schmücken und mit ihnen Plätzchen backen. Dachte ich zumindest. So gemütlich war es gar nicht, da Vélizar keinen guten Tag hatte.

Er ist dann sehr weinerlich, verneint fast alles und hört einfach nicht auf das was man ihm sagt. Und wenn er etwas partout nicht möchte, etwas verweigert oder keine Lust hat, wirft er sich auf den Boden. Ich habe meine Methoden gefunden, ihn zu beruhigen und Aufgaben zu geben, damit er nicht auf die Idee kommt, Unfug zu machen. Aber es ist gar nicht immer so leicht ihn zu beschäftigen, ohne dass sich dann Lily gleich benachteiligt fühlt. Gar nicht so einfach die beiden, aber ich hab das im Griff, außer den Baumschmuck:

Als es hieß, wir schmücken den Baum, hat sich Vélizar einen der Baumschmuck-Kartons geschnappt und auf den Boden geworfen. Es war natürlich der Karton, mit den kleinen Keramikfiguren. Sie sind alle kaputt gegangen. Damien, der sich gerade auf den Weg zum Einkaufen machen wollte, hatte den Lärm gehört und fing an ganz doll mit Vélizar zu schimpfen. Ich habe mit mir gerungen, ob ich auch so streng sein soll oder Mitleid haben soll, da ich nicht wusste, ob Vélizar das mit Absicht getan hatte oder nicht. Letztendlich ließ ich ihn mitschmücken, und ein paar deutsche Weihnachtslieder auf youtube (Internetplattform, auf der man alles und nichts an Musik und Videos der ganzen Welt anhören/-schauen kann) nebenbei laufen. Nach dem einen oder anderen Zwischenfall (zwischenzeitlich ist bspw. etwas Silberspray in Vélizars Gesicht gelandet) war der Baum fertig geschmückt.


Das Plätzchenbacken kennt Véli ganz gut, da er in der Schule gelegentlich Kuchen bäckt. Man muss ihn dann lediglich bremsen, damit er nicht vor lauter Eifer, das ganze Mehl in der Küche verteilt.

In der letzten Woche vor Weihnachten mussten wir Laurel aus der Au-Pair-Mädchen-Runde verabschieden, da sie bereits nach einem Familienwechsel wieder keine gute Familie erwischt hatte. Somit sind wir gemeinsam nach der Sprachschule Crèpes essen gegangen.


Dann stand nur noch ein Wochenende vor der Tür, am Montag vor Weihnachten Lilys Geburtstag und dann konnte ich nach Hause fliegen. Also die Vorfreude hatte sich richtig in mir aufgebaut. Louis und seine Schwester hatten schon Ferien, Vélizar noch nicht. Also habe ich mit Lily Vélizar zur Schule gebracht und bin mit ihr danach in das Reitzentrum gefahren, wohin ich sonst oft mit Vélizar Pferde streicheln gehe. Alice, eine Verantwortliche von dort, die mich auch bereits kennt, musste Lily auf den Nachmittag vertrösten. Sie wollte gern ein Pony reiten, aber diese sind gerade gefüttert worden. Also stand Ponyreiten nach dem Mittagsschlaf auf dem Plan. Als sie ihre sieste hielt, oder zumindest in meinem Bett geruht hat, nachdem sie vor Aufregung innerhalb von einer halben Stunde 3 Mal zu mir ins Zimmer gekommen ist, konnte ich meine Koffer packen. Danach gings zum Reiterhof und dann wieder nach Saint-André-de-Sangonis, um Vélizar gemeinsam abzuholen.


Am Abend bekam Lily ihr Geschenk und dann konnte ich die letzten Sachen in meinen Koffer packen. Auf um 5 am nächsten Tag war der Wecker gestellt, damit ich um 6 die Straßenbahn in die Stadt nach Montpellier nehmen konnte und von da aus mit einer Mitfahrgelegenheit zum Marseiller Flughafen fahren konnte. Von da aus gings dann nach München und mit einem Zwischenaufenthalt von 4 Stunden konnte ich 19Uhr am 23.12.meine Schwester auf dem Dresdner Flughafen in den Arm nehmen.

Wie schon lange vereinbart, sind wir erst einmal auf den Strietzelmarkt gegangen, um einen Glühwein zu trinken.

Danach sind wir nach Hause gefahren, wo mich meine Mutti schon ganz ungeduldig erwartet hatte :P Nun folgten ruhige und harmonische Tage in Dresden und Erfurt, völlig konträr zum Leben in der Gastfamilie. Keine Hektik, keine lautstarken Tischgespräche oder –diskussionen. Ich habe sowohl in Dresden, als auch in Erfurt Kraft getankt für die verbleibenden Wochen im Januar.

 

Dann ging es zurück nach Frankreich. Nachdem ich am Samstag von Dresden nach Frankfurt, dann nach Marseille geflogen bin und von da aus mit einer Mitfahrgelegenheit nach Montpellier gefahren bin, wurde ich mit großen, lachenden und glücklichen Augen empfangen. Lily und Vélizar haben sich mir sogar in die Arme geworfen, das war total süß. Gestern bin ich dann auch gleich mit den beiden spazieren gewesen.


Auf dem Spielplatz haben wir uns kräftig amüsiert und jetzt ist der Alltag für alle wieder eingekehrt. Ich denke bei euch allen auch und deswegen wünsche ich auf diesem Wege noch (einmal) einen guten Start ins neue Jahr, tatkräftige Stunden auf Arbeit oder in der Uni und dass euch eure Gesundheit ein treuer Wegbegleiter bleibt.

Ich komme gerade vom Schwimmen und habe meinen neuen Badeanzg und die neue Schwimmbrille ausprobiert. Bin sehr zufrieden . Jetzt habe ich auf meiner 10er Karte nur noch 4 Schwimmbadbesuche. Jetzt muss ich aber erst einmal Vélizar von der Schule abholen.

A bientôt et bisous, Anne.

5.1.15 22:38, kommentieren

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22. Eintrag: 3 Wochenenden in Bildern Teil 2

...jetzt wisst ihr wie und wo ich lebe. Allerdings habe ich ein Familienmitglied noch nicht vorgestellt: Er heißt "Toutdoux" - er ist aber nicht immer "so sanft und zärtlich":

Es ist ein Kater, der eine kleine Macke hat. Sobald er etwas möchte, schlängelt er sich um die Beine und wenn man nicht reagiert, beißt er einen und schleudert einmal seine große Tatze in die Wade. Er ist wirklich groß: Hier liegt er in meinem Bett, das er fast ganz einnimmt. Manchmal liegt er abends bei mir und dann lass' ich ihn bei mir schlafen, da habe ich ein bisschen Gesellschaft.

Und à propos Gesellschaft, mit den deutschen Au Pair-Mädchen treffe ich mich auch ab und zu und letztens waren wir bei Myriam bzw. in der Küche ihrer Gastfamilie und haben ein wenig die weihnachtliche Stimmung eingeläutet  und Plätzchen gebacken.

Es ist nämlich bei Weitem nicht so schön weihnachtlich hier im Süden Frankreichs (von dem was ich sehe) wie bei uns zu Hause. Meine Gastfamilie kommt ja ursprünglich aus dem Elsaß, sie haben daher ein paar schöne Sachen, die sie aber (noch?) nicht ausgepackt haben, um das Haus zu schmücken. Aber ganz ohne weihnachtliche Stimmung im Haus wollte ich nicht sein, zumal ich auch aus Dresden einen Adventskalender geschickt bekommen habe und die Kids auch , und habe einen Kranz aus den Materialien gebastelt, die ich finden konnte. So etwas wie Reisig gibt es nicht.

Allerdings musste ich warten bis das Grünzeug trocken geworden ist, da es von dem fürchterlichen Regen noch nass war. Es hat etwa 9 Tage am Stück geregnet. Einige Sraßen hier im Viertel waren wegen Überschwemmungen gesperrt und durch die sogenannten méditerranen entrées die Tage einfach völlig dunkel und grau. Die Sonne war wie vom Erdboden verschluckt. Solche Regenfronten habe  ich noch nie erlebt und ich hatte an dem einen oder anderen Tag ziemlich Angst auf der Autobahn. Aber als es wieder schöner wurde, konnte man sich wieder vor die Haustür wagen und beispielweise auf dem Weihnachtsmarkt gehen. Ich habe mich mit Audrey, der Französin, mit der ich schon beim Volleyballspiel war, letzten Sonntage in der Stadt getroffen. Wir haben uns gemeinsam alle Stände angeschaut und haben zufälligerweise auch die deutschen AuPAir Mädchen getroffen.

Laurel und Clara (links die beiden) sind mit in meiner Sprachschule. Die anderen kenne ich bisher noch nicht so gut.

Am Abend zuvor war ich mit den Mädels aus der Sprachschule bei Danielle, einer Brasilianerin zu Hause. Sie hat uns alle zu sich eingeladen und wir haben alle etwas zu Essen für einen Racletteabend mitgebracht. Es war sehr gemütlich, temperamentvoll, unterhaltsam, diskussionsreich und auch traurig, weil wir erfahren haben, dass die zweite Brasilianerin im Bunde ganz nach Marseille geht. D.h., sie ist dort Ärztin und bleibt nun mit ihrer Familie dort und pendelt nicht mehr des Sprachkurses wegen. Hélène und ich haben uns von Anfang an gut verstanden, sie ist sehr nett und sie hat am gleichen Tag Geburtstag wie ich- wie wir an dem Abend festgestellt hatten!!

Helene, Clara, ich, Myriam, hinter Myriam Laurel und daneben die Gastgeberin Danielle.

Aus dem Sprachkurs konnten aber nicht alle Mädels. Beispielsweise Natasha, die Russin. Mit ihr habe ich mich aber gestern getroffen. Sie wohnt ein bisschen außerhalb von Montpellier in einer kleinen Hafenstadt - Le Grau du Roi. Sie hat mir ein bisschen die Stadt gezeigt, sind am Strand spazieren gegangen und waren danach im Seaquarium. Dort haben wir uns bunte, farbprächtige Fische, aber auch Seelöwen, Schildkröten, Haie und alles, was Rang und Namen im Mittelmeer hat, angeschaut.


Es war ein wunderschöner Nachmittag... und mittlerweile ist schon wieder der Alltags-Montag vorrüber.

Kommendes Wochenende wird Maria nach Toronto fliegen für 5 Tage!! Das kann was werden. Ich bin gespannt, wie das wird.

Ich wünsche euch allen noch eine schöne Woche und bis bald!

Anne

1 Kommentar 8.12.14 21:55, kommentieren