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25. Eintrag: Auf dem Weg zurück nach Deutschland.

Ein letztes "hallo" aus Frankreich an euch. Meine Zeit in Frankreich ist nun endgültig vorbei und ich sitze mit einem weinenden, aber einem Größeren lachenden Auge im TGV nach Frankfurt/M.

Heute morgen bin ich um 7 Uhr von Clara, eines der deutschen au-pair Mädchen zu der ich den besten Draht hatte, abgeholt und zum Bahnhof gefahren worden. Alle waren wach und in der Küche, außer Vélizar..bis Clara geklingelt hatte, was so nicht geplant war. Aber es ist nun mal so wie es ist und somit ist es vielleicht alles noch klarer für Vélizar. Dieser hat sich nämlich die letzten Tage noch näher an mich gebunden, weil er wusste, dass ich gehe, mich aber eigentlich bei sich behalten wollen würde. Das hat man deutlich gespürt und ich möchte nicht wissen, was in nächster zeit in der Familie passiert.

Letzte Woche war eine Berlinerin, die bereits in Montpellier ist, zu Besuch. Sie fängt eventuell als au pair an, aber sicher ist das noch nicht. Ich konnte der Familie außerdem noch einen Kontakt hinterlassen, da eines der deutschen au pair Mädchen von ihrer Familie gefeuert worden ist und nun 3 Wochen zeit hat eine neue Familie zu suchen. Meine letzten Tage waren noch sehr erlebnisreich.

Eine weitere Geschichte mit dem Auto ist dazu gekommen. Als ich letzte Woche Dienstag, wieder an Vélizars Schule, vormittags zurückfahren wollte, sprang das Auto nicht an! Ich dachte, das kann doch wohl nicht wahr sein! Nun ja, was habe ich als Frau gemacht? Ich bin in die Werkstatt, die sich zufälligerweise gegenüber befand, gegangen und habe gefragt, ob die Männer mir helfen können. Und da die Franzosen sehr hilfsbereit sind, ist einer mit ner Starthilfe zu meinem Auto gekommen. Dies hat aber nicht funktioniert. An der Batterie lags also nicht. Es lag am Anlasser. Der Franzose hat einen seiner Kollegen gerufen, um mich anzuschieben. Das war ziemlich lustig für mich, als ich danach weitergefahren bin und den beiden dankend zugewunken habe. Aber umso unlustiger war es dann, dass ich Damien nicht erreicht habe und Maria war an dem Tag in Paris. Was also tun? Wo sollte ich hin..wer schiebt mich dann nachmittags an, wenn ich Vélizar wieder abholen muss? Parke ich auf einem Hügel- aber wo? Letztendlich habe ich das Auto neben einer Werkstatt geparkt und den Mechanikern dort Bescheid gegeben, dass ich evtl. ihre Hilfe nachmittags bräuchte. Nach 3 Stunden habe ich dann Damien doch erreicht und er meinte ich solle zur Citroën Werkstatt. Also habe ich mich von den Männern der 2. Werkstatt anschieben lassen und bin zu Citroën gefahren. Kurzum, ich musste das Auto da lassen, da der Typ des neuen Anlassers nicht vorhanden war und mir wurde ein kleiner Leihwagen überlassen. Das war pure Action für Vélizar als der kleine rote "Flitzer" anstelle dem schwarzen gewohnten C3 da stand. Jedenfalls war das ziemlich aufregend, da ich wirklich Probleme hatte Damien zu erreichen.

In den letzten 3 Wochen war ich noch oft schwimmen.Gewundert hat es mich schon die letzten Male vor Weihnachten, warum ich unter der Damendusche angeguckt worden bin und die anderen Frauen sich nicht ihren Badeanzug zum Duschen ausgezogen haben. In der Sprachschule konnte ich da mal nachhaken..und Marianne, unsere Kursleiterin, hat sich köstlich über meine Frage amüsiert. Sie hat gelacht und gesagt, dass die Franzosen da sehr sehr prüde sind. Nun denn. Da wusste ich Bescheid und habe mich nicht mehr unter der Dusche plank gezogen. Badekappenpflicht besteht übrigens auch.

An meinem letzten Sprachschulentag, haben mich alle überrascht und eine Kleinigkeit zu essen mitgebracht und die Kursleiterin Cidre. Das war eine tolle Geste. Aber die Mädels habe ich danach noch wieder gesehen: Beispielsweise bin ich vorgestern am Sonntag mit Taina, der Brasilianerin, ein Gläschen trinken gegangen. Am Abend zuvor hat mich die Familie zum essen eingeladen..dort haben sie mir ein großes Familienfoto geschenkt und ein französisches Kochbuch mit französischen Gerichten jeder Region. Ich habe im Gegenzug ein Album mit allen Fotos die ich aus der Zeit mit der Familie hatte überreicht.

Gestern bin ich an meinem letzten Tag auch noch einmal in die Stadt gefahren. Dort haben die Mädels aus dem Sprachkurs auf mich gewartet, um mit mir Abschieds-Crêpes-essen zu gehen: Myriam und Clara, die beiden Deutschen, Nathalia, die Russin mit der ich in dem Seaquarium war, und Taina.

Mit den Kids war ich an den letzten beiden Wochenenden ein bisschen spazieren und habe mich kräftig mit ihnen amüsiert. Nun bin ich kurz vor Strasbourg. Von da aus gehts mach Frankfurt und in Frankfurt fahre ich mit einem Fernbus nach Jena.

Wenn ich durch das zugfenster schaue, zieht die Landschaft so schnell vorbei, wie auch die Zeit hier in Frankreich vorbei gegangen ist. Aber ich freue mich riesig auf heute Abend und alles was demnächst kommen wird. Was ich in Frankreich erlebt habe, alle einzelnen Destinationen und die Erfahrungen in der Familie, bedarf ein wenig Zeit , um alles zu verarbeiten. Im positiven wie negativen Sinne. Aber im Großen und Ganzen fahre ich mit einem sehr guten und zufriedenstellenden Gefühl zurück.

Hiermit endet mein tourdefrance Blog und fühlt euch alle lieb gegrüßt. Groses bises, Anne.

 

Sand-village im Garten

Turmbau im Kinderzimmer



Naturpfad-Wanderung


27.1.15 15:33, kommentieren

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24. Eintrag: Die erste Woche im neuen Jahr...

... war ziemlich ereignisreich.

Am Mittwochmittag, 7.1., meldete mir mein Smartphone über meine ARD-Application, dass in Paris der Anschlag auf das Charlie-Hebdo Journal passiert sei. Ich konnte das erst gar nicht glauben, bis ich den Fernseher eingeschaltet hatte. Und was für Bilder dort permanent gezeigt worden sind, dürftet ihr ja kennen. Ist das alles beunruhigend, wenn die ganze Welt in Aufruhr versetzt ist! Und dann passiert das auch noch, wenn ich in Frankreich bin. Aber woher soll man schon wissen, wann und wo so etwas passiert!! Extremisten wie diese sind (un-)aufhaltbar und unberechenbar. Gestern beim beim "March en silence" in Montpellier traute ich meinen Augen nicht, wie viele Menschen da waren! Ich hatte jedesmal Gänsehaut, sobald die ca. 100.000 Menschen alle gleichzeitig in die Hände geklatscht haben. Angekommen am Place Royal du Peyrou, wollten die Veranstalter warten, bis alle Teilnehmer da sind, aber das war unmöglich. Die Manifestation begann, es schoben sich immer noch Menschenmengen Richtung Arc de Triomphe und dem Place Royal. Gut, dass davor kein Tor war, sodass ein Nadelöhr entstehen kann. Aber genau das war der Fall. Die Reden der Journalisten beendet, die Marseillaise gesungen und dann begann das Schieben und Drängeln durch das Nadelöhr. Die einen wollten nach der Manifestation nach Hause, die anderen wollten bis zum „Ziel“ marschieren. Zum Glück war alles friedlich, alle gut gelaunt, sodass nix passiert ist.

 

Neben all dem Trubel, habe ich es mir (anscheinend) nicht nehmen lassen, auch für Unruhe zu sorgen. Ich bin Donnerstagnachmittag Vélizar abholen gegangen. Beim Vorbeifahren an der Schule, halte ich immer Ausschau nach Parklücken. Et voilà – eine war frei. Jetzt musste ich nur noch einen U-Turn (Kehrtwendung) machen. Und somit verlangsamte ich das Tempo, setzte den Blinker,  der Verkehr hinter mir und auch in Gegenrichtung hielt an und ich habe (in der Lücke) gewendet, um einzuparken. Ein Stück vorwärts gefahren, um korrekt parallel einzuparken, Blinker gesetzt, Rückwärtsgang rein und buff! Auffahrunfall! Mein HinterMann im Peugeot hat es anscheinend nicht verstanden, dass ich es auf die Lücke abgesehen hatte und somit ist er angefahren und ich ihm dann drauf gefahren J Und es passierte das, was mir noch nie passiert ist. Ein entstandener Schaden am Auto DURCH ein anderes Auto. Und das natürlich in Frankreich! Ich stieg aus und wusste, was ich machen musste. Allerdings scheiterte die Theorie mal wieder an der Praxis. Der Peugeotfahrer, auch kein Franzose, und ich, haben uns den Schaden angeschaut. Allerdings hatte ich die Beule in der Stoßstange und nicht er. Und das, was ich verstanden hatte und deuten konnte, war, dass er mir seine Kratzer seiner Stoßstange, die ungefähr jedes französisches Auto hat, zeigen wollte und 30€ haben wollte. Am Anfang war ich klar bei der Sache und habe ihm deutlich gemacht, dass wir ein Protokoll schreiben und die Polizei rufen müssten..., aber als er mir 30, danach irgendwann 20 € bot, dachte ich – das kann doch nicht wahr sein! Wahrscheinlich hatte er keine Versicherung. Außerdem war Vélizar noch nicht abgeholt, alle Autos hupten um uns herum, weil sie nicht sofort überholen konnten. Ich habe Fotos gemacht (auch vom Kennzeichen) und dann Maria angerufen.Sie wollte den Fahrer sprechen, aber hatte ihn auch nicht verstanden.


Dann kam eine Mutter einer Schülerin hinzu, diskutierte mit dem Mann, hatte mich in den Schutz genommen und schließlich ist er abgezogen, und ich habe Vélizar abgeholt. Mit ein bisschen Sicherheit, dass ich das Kennzeichen von ihm hatte, allerdings ohne Constat (Protokoll), bin ich nach Hause gefahren. Das war natürlich neben dem ganzen Aufruhr in Paris, eine weitere Situation, die mich um den Schlaf gebracht hatte, aber bisher haben Maria und Damien noch nichts unternommen, das Auto reparieren zu wollen.

Aber dafür ist das Wetter die ganze Zeit über total schön und ich konnte Samstag mit den Kids wieder einen kleinen Spaziergang machen und natürlich Pferde füttern.

 

 

So, das war meine erste Woche im neuen Jahr. Ich hoffe, es wird etwas ruhiger in dieser Woche.

A la semaine prochaine, 

Bisous, Anne

12.1.15 16:14, kommentieren